Let’s build bridges. Unmelodischer Popsong des interkulturellen Lernens.

Strophe:
Womit ich mich beschäftige? Mit Horizonterweiterung natürlich. Ich stehe morgens auf, reibe mir den Schlafsand aus den Augen, und während ich mich bemühe, die müden Augen offen zu halten – weite ich den Blick für das Neue!

Refrain:
Let’s sing. Let’s communicate. Let’s be creative.

Strophe:
Womit ich mich beschäftige? Mit Brückenbau natürlich. Ich trinke ein Bier mit einer Freundin,wir bauen eine Brücke aus Bierdeckeln, und dann, beim Bridgespiel – bauen wir eine Brücke der interkulturellen Freundschaft!

Refrain:
Let’s move. Let’s dance. Let’s share ideas.

Strophe:
Womit ich mich beschäftige? Ich setze mich hauptberuflich für den Frieden auf der Welt ein. Dafür ist es wesentlich, Menschen, die verschiedenen Kulturen, das heißt, verschiedenen Nationen, angehören, also Menschen, die daher in ihrem Wesen vollkommen unterschiedlich sind, zusammenzubringen, damit sie lernen können, dass auch die anderen, obwohl sie in ihrem Wesen vollkommen anders sind, und zwar, weil sie einer anderen Kultur, das heißt, einer anderen Nation angehören, nett sind, dass das Fremde und Abartige auch spannend sein kann. Nur so können wir die Welt Schritt für Schritt verbessern, Stück für Stück ins Friedensglück. Wenn Menschen Brücken mit dem Fremden bauen, können sie ihren Horizont erweitern. Wenn Menschen als Repräsentantinnen und Repräsentanten ihrer Nationen miteinander Teambuildingspielchen spielen, ist es, als würde irgendwo ein Lichtelein angezündet werden.

Refrain:
Let’s be tolerant. Let’s get together. Let’s be peacebuilders.

Strophe:
Womit ich mich beschäftige? Och, manchmal, da guck ich morgens aus dem Fenster, zum Horizont, und sehe ein paar Angehörige total unterschiedlicher Nationalkulturen über die Brücke spazieren. Und während ich mir mein NGO-Shirt überstreife, denke ich mir, ach, wär‘ die Welt nicht schön, wenn diese Menschen jetzt kommunizieren, singen und zusammen kreativ sein würden, ach, wäre dann nicht im Grunde alles gut?

Bridge:
Wenn Menschen andere Menschen als Repräsentantinnen und Repräsentanten ihrer Nationen miteinander Teambuildingspielchen spielen lassen, national gedachte Konzepte von Kultur verfestigen, Unterschiedlichkeit nur kulturell denken und die ganze verdammte Kompliziertheit dieser Welt übertünchen – ist es, als würde irgendwo ein niedliches kleines Katzenbaby getötet werden. Horizont erweitern und ab ins Friedensglück – ohne auch nur einmal auf Machtverhältnisse hinzuweisen und auf die Trennlinien, die sie schaffen? Na danke, da hab ich lieber Schlafsand in den Augen. –

Refrain:
Let’s celebrate. Let’s take each others‘ hands.Und dann lasst uns alle zusammen saufen und einander abschleppen und dann lasst uns alle zusammen kotzen. Intercultural drinking and fucking, vomiting for peace. Let’s be creative!

Outro:
Ich starre den interkulturellen Horizont an und mag ihn ja auch irgendwie. Aber diesen blöden, vereinfachenden, beschönigenden, vertuschenden, stereotypisierenden Blick, den werfe ich aus dem Fenster. Und bin gespannt, was es dann noch so zu sehen gibt da draußen. –
Wenn das so einfach wäre!


1 Antwort auf „Let’s build bridges. Unmelodischer Popsong des interkulturellen Lernens.“


  1. 1 Wortlaut 16. Juni 2011 um 18:24 Uhr

    Du, Krawalli, huppsa, dieser Text ist dir schon wieder zu negativ geraten. Hast du dir mal den letzten Refreng angeguckt. Eieiei. Strugglest wohl schon wieder mit dir selber, wa.

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